Abzockeseiten – Der Alptraum im Internet

Alptraum Abzocke

Manchmal frag ich mich, was in vielen Menschen vor sich geht, wenn sie solche Werbe-Postings lesen. Unauffällig verpackt in einen Blogpost, eindeutig mit dem Ziel, an ander Leut Geld zu kommen. Mein Dozent damals auf der Werbeakademie, im Fach Direktmarketing, hatte doch Recht, als er sagte, jeden Morgen steht mindestens ein Dummer auf und den muss man erwischen.

Das Natron im Haushalt universell einsetzbar ist, ist nun wirklich kein Geheimnis. Dieses Wissen wird seit vielen Generationen von der Mutter auf die Tochter vererbt und ist in der Menschheitsgeschichte seit mindestens dem 2. Jahrtausend vor Christus bekannt. Wer heute mit dem Begriff Natron nichts (mehr) anfangen kann, der kennt es sicher als Soda.

„Diese Zutat“, die „der schlimmste Alptraum für die Pharmaindustrie“ sein soll und mit der hier Unwissende gelockt werden, ist „Himalayasalz“. Nicht ganz so Unbedarfte in Sachen Lebensmitteln wissen, dass es gar kein Himalayasalz gibt. Es ist lediglich die Bezeichnung für ein Steinsalz, das zum großen Teil in einem Salzbergwerk in der pakistanischen Provinz Punjab abgebaut wird – rund 200 Kilometer vom Himalaya entfernt. Die rosa bis rötliche Färbung des Salz stammt von minimalen Eisenoxid-Verunreinigungen und bis heute ist kein gesundheitlicher Vorteil dieses Salzes bekannt.

Neben dem Verkauf von Natron und Salz, werden über diese Werbeseite noch Mittel gegen Krebs (Misteln), Vitamin D Präparate, elektrische Schlafhilfen (mit weißem Rauschen???) und allerlei zur Verbesserung der Sehkraft, zum Abnehmen, zur Faltenbehandlung, … angeboten – jeweils zu Preisen gegen die selbst Apotheken noch wie Discounter wirken.

Irritiert hat mich aber doch, dass in den Angeboten versteckt auch ein Link zum „Deutscher Anleger Club“ (Ableger der „Schweizer Anleger Club“ AG) zu finden ist. Der „Deutscher Anleger Club / Schweizer Anleger Club“ AG verdient Geld mit dem verschicken von „Trainingsmaterial“ einer Investment-Anlage Firma, mit (vermutlichem) Sitz in England. Die von Kunden erfragten Daten werden von einer Marketing-Firma ebenfalls mit Sitz in England verwertet. Die Seriosität will ich hier nicht bewerten, sondern nur hinweisen. Alleine das Fehlen der Hinweise auf Kosten, egal welcher Art, lässt vermuten, dass es sich hier um ein Abo-Prinzip handelt, mit voraussichtlich sehr hohen Kosten am Ende.

Ob und in wie weit die Wirksamkeit der angebotenen Mittel wissenschaftlich geprüft sind, sei dahin gestellt. Bis auf Salz und Soda fällt fast alles weitere in den Bereich der frei verkäuflichen Arzneimittel, die man wohl günstiger in jeder Drogerie bekommen kann. Wie immer aber bei (Natur) Heilmitteln, man wird dran glauben müssen – so, oder so.

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