McDonalds ruft Fitnesstracker zurück

USA – McDonald ruft den Fitnesstracker „Step-it!“, der Zugabe in den Happy Meals war, sofort zurück. Alle Werbemaßnahmen dazu wurden umgehen gestoppt. Hintergrund ist, Zusätze im Armband des Trackers verursachten Hautausschläge.

„We are voluntarily removing the Step It! Activity Band Happy Meal toys in our restaurants in our United States and Canadian markets. It will no longer be offered as part of our Happy Meals. We have taken this swift and voluntary step after receiving limited reports of potential skin irritations that may be associated from wearing the band.“ erklärte Terri Hickey, Sprecher bei McDonald’s, gegenüber Mashable.

Ich geb zu, mein erster Gedanke war, Fitnesstracker und Happy Meal, passt das zusammen? Zumal ein Fitnesstracker die kleine dicke Stammkundschaft weder schlanker noch gesünder macht. Ober ok, wenn das Futter schon krank macht, passen die Hautausschläge, durch den Tracker verursacht, doch wieder dazu.

Sollte es so scheinen, als ob ich McDonalds nicht mag, stimmt das so nicht. Ich finde nur, wer Fastfood mit undefinierbaren Inhaltsstoffen verkauft, das nachgewiesener Maßen krank macht, schafft sich kein „gesünderes“ Image mit den Versuchen, Salate, oder eben Fitnesstracker mit zu vertreiben. Das kann immer nur nach Hinten los gehen.

 

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Abzockeseiten – Der Alptraum im Internet

Alptraum Abzocke

Manchmal frag ich mich, was in vielen Menschen vor sich geht, wenn sie solche Werbe-Postings lesen. Unauffällig verpackt in einen Blogpost, eindeutig mit dem Ziel, an ander Leut Geld zu kommen. Mein Dozent damals auf der Werbeakademie, im Fach Direktmarketing, hatte doch Recht, als er sagte, jeden Morgen steht mindestens ein Dummer auf und den muss man erwischen.

Das Natron im Haushalt universell einsetzbar ist, ist nun wirklich kein Geheimnis. Dieses Wissen wird seit vielen Generationen von der Mutter auf die Tochter vererbt und ist in der Menschheitsgeschichte seit mindestens dem 2. Jahrtausend vor Christus bekannt. Wer heute mit dem Begriff Natron nichts (mehr) anfangen kann, der kennt es sicher als Soda.

„Diese Zutat“, die „der schlimmste Alptraum für die Pharmaindustrie“ sein soll und mit der hier Unwissende gelockt werden, ist „Himalayasalz“. Nicht ganz so Unbedarfte in Sachen Lebensmitteln wissen, dass es gar kein Himalayasalz gibt. Es ist lediglich die Bezeichnung für ein Steinsalz, das zum großen Teil in einem Salzbergwerk in der pakistanischen Provinz Punjab abgebaut wird – rund 200 Kilometer vom Himalaya entfernt. Die rosa bis rötliche Färbung des Salz stammt von minimalen Eisenoxid-Verunreinigungen und bis heute ist kein gesundheitlicher Vorteil dieses Salzes bekannt.

Neben dem Verkauf von Natron und Salz, werden über diese Werbeseite noch Mittel gegen Krebs (Misteln), Vitamin D Präparate, elektrische Schlafhilfen (mit weißem Rauschen???) und allerlei zur Verbesserung der Sehkraft, zum Abnehmen, zur Faltenbehandlung, … angeboten – jeweils zu Preisen gegen die selbst Apotheken noch wie Discounter wirken.

Irritiert hat mich aber doch, dass in den Angeboten versteckt auch ein Link zum „Deutscher Anleger Club“ (Ableger der „Schweizer Anleger Club“ AG) zu finden ist. Der „Deutscher Anleger Club / Schweizer Anleger Club“ AG verdient Geld mit dem verschicken von „Trainingsmaterial“ einer Investment-Anlage Firma, mit (vermutlichem) Sitz in England. Die von Kunden erfragten Daten werden von einer Marketing-Firma ebenfalls mit Sitz in England verwertet. Die Seriosität will ich hier nicht bewerten, sondern nur hinweisen. Alleine das Fehlen der Hinweise auf Kosten, egal welcher Art, lässt vermuten, dass es sich hier um ein Abo-Prinzip handelt, mit voraussichtlich sehr hohen Kosten am Ende.

Ob und in wie weit die Wirksamkeit der angebotenen Mittel wissenschaftlich geprüft sind, sei dahin gestellt. Bis auf Salz und Soda fällt fast alles weitere in den Bereich der frei verkäuflichen Arzneimittel, die man wohl günstiger in jeder Drogerie bekommen kann. Wie immer aber bei (Natur) Heilmitteln, man wird dran glauben müssen – so, oder so.

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20 Jahre – und 570 Pokémons später

20 Jahre ist es her, dass die ersten Pokémons gefangen, trainiert und in Kämpfe mit anderen Pokémons geschickt werden konnten. Liebe Kinder von heute, auch vor 20 Jahren gab es schon Kids, die stundenlang auf einen kleinen Kasten in ihren Händen starrten, mit den Daumen, damals noch mechanische, Knöppe bedienten und die, wenn man sie ansprach, meist nur ein einzigens Wort ohne zu stammeln raus bekamen: Pikachu.

Etwas hat sich in den letzten 20 Jahren aber aber doch geändert. Sah man seine Brut damals oft stundenlang nicht mehr, weil sie sich mit dem GameBoy in die hinterste Kinderzimmerecke verkrochen hatte, manchmal unter der Bettdecke, unterm Bett, oder gar im Schrank, um vor störenden Elterlichen Signalen geschützt zu sein, findet das Pokémon-Revival „Pokémon Go“ heute draußen statt.

Was sich in den 20 Jahren verändert hat? 1969 wurde das Spiel erstmals veröffentlicht. Pokémons konnten von den Spielern gefangen, gesammelt und trainiert werden. Durch Kämpfe gegen andere Pokémons kann der Spieler zum Pokémon-Meister aufsteigen. Es gab dazu Sammelkarten, eine Anime-TV Serie, gut 17 Kinofilme und Merchandising-Produkte jedweder Art. Von Anfang an war das Spiel in ein enges, sehr gut durchdachtes Marketingkonzept eingebettet.

Heute geht die GameBoy-Generation von damals, mit der Smartphone-Generation von heute gemeinsam auf die Jagt nach den kleinen Monstern. Auch die Zahl der Pokémons hat sich erhöht. Von 151 Pokémons zu GameBoy-Zeiten, sind es jetzt gut 721 unterschiedliche Charaktere bei Pokémon Go. Und das Spiel ist durch den Google-Maps Unterbau und die Technik der Augmented Reality (Erweiterte Realität) insgesamt runder geworden. Zusätzlich zu der notwendigen Spiele App, ist quasi über Nacht, ein Pokémon Messenger (bisher nur für Android, Stand: 2016-07-14) entstanden, über den man sich unterwegs mit anderen Spielern austauschen kann. Chats, diverse Gruppen in unterschiedlichsten sozialen Netzwerken, Handbücher, GPS Helfer, und, und, und… Das Angebot ist beinahe unüberschaubar.

Das alles muss irgendwie auch finanziert werden. Nintendo/Niantic fährt dabei auf seiner bekannten Linie und finanziert das Spiel über Merchandising und Werbeeinnahmen. Für Pokémon Go sind da auch „inApp-Käufe“ und gesponsorte Pokéstops. Werbekunden können „Köder“ und „Pokéstops“ kaufen, die der Spieler dann auf seinen Wegen ansteuern kann (und soll). Einen „Shiggi“ dann etwa bei einer bekannten Burger-Schmiede vor der Verkaufstheke, oder „Plinfa“ in einem Drogeriemarkt vor den Pflegeprodukten zu finden, wäre so nicht ganz abwegig.

Leider hat die ganze Sache auch eine nicht zu unterschätzende Schattenseite. Da es bereits vorgekommen ist, dass es durch gefakte Köder und Pokéstops zu Überfällen gekommen ist, sollte man, so interessant das Spiel auch sein mag, sich nicht unbedacht auf alles verlassen, was einem angeboten wird. Es ist doof, wenn man, egal ob Kind, Jugendlicher oder Erwachsener, an einen Ort gelockt wird, wo einem das Smartphone inklusive anderer Wertsachen abgenommen wird. Da kann aus einem Spiel, schnell auch blutiger Ernst werden und die Augmented Reality sorgt für ein böses Erwachen.

Dringende Warnung an dieser Stelle: Wenn ihr draußen Pokémons jagt, bitte nicht alleine an Orte gehen, die euch nicht bekannt sind. Sprecht euch mit Freunden ab, teilt euren Standort immer über Messenger (Whatsapp, oder Ähnliche) anderen mit und geht niemals mit Fremden, um ein vermeintlich seltenes Pokémon zu fangen. Es kann immer passieren (und es ist schon passiert), dass ihr in einen Hinterhalt geratet und selber zum gejagten Pokémon werdet.

So, und jetzt geh ich auch mal jagen. Nein, keine Pokémon, sondern meinen Kater Bailey. Rumtoben mit mir, ist für ihn Augmented Reality – und seine Beute sind immer Leckerlis.

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